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Wanderung im Elbsandsteingebirge - 23. - 29. Mai 2010
Am Pfingstsonntag starteten 22 Personen zur jährlichen Wanderung der Kolpings-familie Ottmarsbocholt ins Elbsandsteingebirge. Auf dem Hinweg stand eine Stadtführung in Dresden auf dem Programm. Die Teilnehmer aus Havixbeck, Münster, Ottmarsbocholt und Senden waren ganz begeistert von der Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren und den vielen historischen, kulturellen Gebäuden. Die Besichtigung der Frauenkirche wurde als besonderes Highlight empfunden. Weiter ging es nach Pirna- Zatschke, von wo aus am anderen Morgen, die fünf- tägige Wanderung auf dem wildromantischem Malerweg, begann.
Nach einem kurzen Aufstieg und dann natürlich über 100 Stufen wieder hinunter, hatte man die Daubemühle erreicht und war sofort in dem wunderschönen grünen Liebethaler Grund angekommen. Weiter ging es in den schmalen, romantischen Uttewalder Grund, der an den Felswänden mit frischen leuchtenden Farnen und Moos bewachsenen war. An einer engen Stelle passierte man das Uttewalder Felsentor, was von drei großen Feldblöcken gebildet wird. Noch begeistert von der Schönheit des Grundes erreichte man bald das nächste Naturwunder: die Bastei, den wohl heute meistbesuchten und bekanntesten Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz. Die 76m lange steinerne Basteibrücke überspannt eine tiefe Schlucht. Von der Basteiaussicht blickt man nicht nur in das 190 m tiefer gelegene Elbtal, sondern gemeinsam mit der Ferdinandaussicht und bei einem Rundgang durch die Felsenburg Neurathen hat man einen fantastischen Ausblick auf die Rathener Felsenwelt. Über viele Stufen erfolgte der Abstieg in die Stadt Rathen zum Amselgrundschlößchen, wo der erste Wandertag in guter Stimmung ausklang.
Gut gestärkt ging es am frühen Morgen weiter vorbei an der Felsenbühne Rathen, am Amselsee, am Amsellfall über den Hockstein wieder hinunter über die Teufelsbrücke, durch die enge Wolfsschlucht hinab ins Polenztal und wieder hinauf zur Burg Hohnstein. Am ehemaligen Bärengarten vorbei erreichte man über den Halbenweg die Gautschgrotte, (Gruppenfoto) und kam weiter zum Panoramablick Brandaussicht. Alle Teilnehmer waren fasziniert vom Blick auf die Elbe, den majestätischen Tafelbergen und den bizarren Felstürmen. Über die vielen Brandstufen ging es hinab in den Tiefen Grund und wieder hinauf nach Waitzdorf. Über wunderbare Waldwege führte der Mühlweg über die Kohlmühle hinab ins Kirnitzschtal, wo man in letzter Minute die historische Kirnitzschtalbahn erreichte, um mit ihr die letzten Kilometer bis zum Forsthaus zurückzulegen. An diesem Abend wurden alle Wanderer mit einem kleinen Button vom Malerweg für besonderes gutes Wandern belohnt.
Abenteuerlich ging es am nächsten Morgen auf dem Flößersteig zu. Die Wanderer hingen an Ketten, Seilen und Eisen oberhalb des rauschenden Kirnitzschbaches. Nachdem die erste Hürde genommen war, hieß es, auf zu den Schrammsteinen, eines der Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges. Der Weg führte vorbei am imposanten Falkensteinfelsen, durch das große Schrammtor über den vorderen Promenadenweg zum Jägersteig. Über Stufen und Eisenleitern erreicht man mit viel Herzklopfen den Schrammsteingratweg und klettert durch die Felsen hinauf zur Schrammsteinaussicht. Hier genoss man eine umfassende Aussicht auf die Felstürme der Schrammsteinkette, den Falkenstein bis hinab ins Elbtal und die weiteren Tafelberge u. a. Festung Königstein. Über den Gratweg und den Zurückesteig gelangte man an den Affensteinen vorbei, über den kleinen Dom mit einem Abstecher zum Carolafelsen, wo man mit einer fantastischen Aussicht und Blick auf die Kletterer in der Wand, belohnt wurde, hinab zum Sandloch. Durch den Dietrichsgrund erreichte man den Lichtenhainer Wasserfall, Ausgangspunkt für viele Wanderungen der Sächsischen Schweiz. Wieder ging es hinauf zum Neuen Wildenstein mit seinem mächtigen Felstor „Kuhstall“ und einer weiten Sicht auf die Hintere Sächsische Schweiz. Über die Himmelsleiter ging es hinauf auf das Gipfelplateau, von wo aus der Rundblick noch umfassender war.
Durch die Ferkelschlüchte erfolgte der Abstieg zur Felsenmühle und weiter zum romantischen Nachtquartier „Neumannsmühle“. Hier klang der Tag, bei einem guten reichlichem Hausmannskostessen, in uriger Hüttenatmosphäre aus. Durch einen besonderen Tipp des Hüttenwirtes führte uns der Weg am nächsten Tag zum Hinteren Raubschloss am Winterstein. Dieses Schloss war eine besondere Herausforderung für viele. Tiefe, steil abfallende Schluchten, steile Leitern und atemberaubende weite Blicke machten den Aufstieg zu einem besonderen Ereignis. Aus dem Felsen kommend stand man plötzlich auf einem Plateau, von wo aus der Blick überwältigend war. Nicht nur bei diesem Abstieg erfuhr man, wie gut es ist, wenn man in einer Gruppe gehen kann, die einen trägt.
Über einen bequemen Wanderweg ging es am Zeughaus vorbei, über den Roßsteig hinauf im Regen zu der buchenbewachsenen Basaltkuppe des 556 m „Großen Winterbergs“.
Gestärkt durch eine gute Hüttensuppe erfolgte der Abstieg über die Kipphornaussicht, wo noch einmal den Blick ins Elbtal und auf die Tafelberge, u. a. die Festung Königstein, Lilienstein genoss. Über den historischen Grenzweg wurde der Grenzort Schmilka erreicht.
Hier genoss man am späten Nachmittag in einem schönen Biergarten bei Kaffee und Kuchen und leckerem böhmischen Bier die Gastfreundschaft der Dorfbewohner.
Am anderen Morgen musste zunächst einmal die Elbe mit der Fähre überquert werden. Mit der S- Bahn ging es weiter bis Krippen, von wo aus dann der Aufstieg über den Kellerfelsen, den Koppelsbergweg, die Liethenmühle, der Ort Kleinhennersdorf erreicht wurde. Über den alten Schulweg wanderte man am Waldesrand entlang und gelangte dann über viele Stufen zum Papstein. Hier wurde man wieder mit einer herrlichen Aussicht belohnt, nun aber auf all die Felsen und Berge, die man in den letzten Tagen bestiegen hatte.
Auf der anderen Felsseite ging es über viele Steige und Treppenstufen hinab, um dann wieder auf den zerklüfteten Gohrischfelsen empor zu steigen. Durch die enge Felsenschlucht gelangte man über den Muselweg zum Kurort Gohrisch. Der Jagdsteig und der Königsweg führten die Wanderer näher an den Pfaffenstein und der vorstehenden Barbarine heran. Bevor der Pfaffenstein erstiegen werden konnte, ergoss sich am Fuße des Felsens ein Gewitter über die Wanderer, der Wanderweg entwickelte sich zum kleinen Bach. Später oben angekommen erinnerte man sich an den Liedtext: “Fels ist bezwungen, frei atmen Lungen, ach wie so schön ist die Welt.“
Eine wunderbare steil abfallende Schlucht lag vor den Augen der Wanderer, diese musste noch genommen werden und durch das Nadelöhr wurde der letzte steile, glitschige Abstieg gemeistert.
Nun führte der Wanderweg über eine schmale Gasse in die Stadt Königstein hinunter, um dann anschließend über den Latzweg die Festung Königstein zu erreichen. Froh und glücklich, zufrieden, aber auch etwas wehmütig erreichten die Wanderer das Hotel die Neue Schänke. Die Wanderung mit vielen Geschichten über die Erlebnisse der Woche fand hier einen gemütlichen Ausklang.
Einige Teilnehmer waren über sich selbst erstaunt, dass sie so eine Herausforderung gemeistert haben, alleine hätten sie so eine Tour niemals gewagt. Es ist und war schön mit so einer Gruppe zu laufen, wo man Vertrauen und Rücksichtnahme erfährt, eine helfende Hand da ist, Toleranz und Gemeinschaft gelebt wird und so eine harmonische Wanderung in Erinnerung bleibt.
Bevor es am anderen Morgen auf den Heimweg ging, besichtigte man die Festung Königstein. Sie ist ein einzigartiges Zeugnis der Festungsbaukunst und der Militärgeschichte. Über 750 Jahre haben auf 9 ha zu einem Ensemble von Bauten der Spätgotik und der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts geführt.
Die Leiter der Wandertruppe Maria Tippkötter und Theresia Rave waren froh und erleichtert als alle gut gelaunt mit vielen Erlebnissen im Rucksack Ottmarsbocholt wieder erreicht hatten.
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